Mittwoch, 30. Mai 2018

DAS STERBEN DES HEBAMMENBERUFS  GEHT WEITER

 
Das Wunder von früher ist vorbei. Damals wollten viele Frauen den Beruf der Hebamme erlernen. Ende der 70er Jahre gab es einen Ansturm mit langen Wartezeiten für einen Ausbildungsplatz. Heute geben viele Hebammen ihren Job wieder auf. Der Traum einer optimalen Geburt reduziert sich zunehmend. Dabei waren wir auf einem so guten Weg. Geburt ist nicht alles, aber Geburt ist wichtig (Eva Reich 1990 in Berlin). Wie wichtig Geburt wirklich ist, werden wir noch im Anschluss durch Wilhelm Reich selbst erläutern, so dass man eher sagen kann "Geburt ist alles und enorm wichtig". Der Fokus sollte unbedingt darauf gerichtet sein. Es gibt die Menschenrechte der UN explizit für Kinder. Doch was nützt das, wenn die wichtigen Stadien der Kinder nicht geregelt sind. Schutz für sanfte Geburt gibt es nicht. Das energetische Aufwachsen der Kinder ist ebenfalls nicht geschützt. Ebenfalls nicht wenn Kinder durch ihre Reife mit Sexualität in Berührung kommen. Auch die katholische Kirche versagt hier komplett. Aber da war auch nichts anderes zu erwarten, arme Kinder, arme Priester.

Was war geschehen?
Im Jahr 2000 mussten Hebammen noch 413,- Euro Haftpflicht jährlich zahlen. 2017, also 17 Jahre später betrug die Prämie bereits 7.639,- Euro jährlich!
Die Krankenkassen haben einen Ausgleich nicht gewährleistet. Die Politik hat auch nichts getan.
Für viele Hebammen ist das schlicht zu viel, denn das ist 18,5 mal mehr in einem Zeitraum von 17 Jahren.
In den heutigen Kliniken sind 400 Hebammenstellen nicht besetzt. 70% der Klinikhebammen arbeiten auch freiberuflich. Dazu gehört die "vorgeburtliche Betreuung" und die "nachgeburtliche Betreuung".-
 
Trotzdem selbst in den Kliniken ist die Haftpflichtversicherung nicht gedeckt. Hier sind neben der Politik die Krankenkassen gefragt und wir werden ja sehen was unser neuer eloquenter Gesundheitsminister Jens Spahn dazu unternimmt, denn konservativ handeln würde ja hier bedeuten NICHTS zu tun.
 
Geburt ist der Eintritt ins Leben. Somit der wichtigste Teil für ein Individuum wie aber auch für das Land in dem Geburten stattfinden. Aber obwohl Deutschland ein Einwanderungsland ist, wir also Geburten bräuchten, ist das in unserem Land anscheinend nicht so wichtig und das nur aus Kostengründen? Doch mehr aus Gründen der Politik, die einem Ökonomismus untergeordnet ist.
Seit Ende der 60er Jahre hat die Hälfte der Kreißsäle dicht gemacht. 
1990 gab es noch 1186 Plätze.
2016 nur noch 690, das sind 506 Stellen weniger. Das ist fast die Hälfte weniger. Eine Geburt in einem Kreißsaal kostet 1.800,- EUR. Für viele Kliniken zu viel.

60 % der bestehenden Kliniken schreiben rote Zahlen, nicht etwa aus Mangel an Geburten, sondern wegen der Teuerungsrate.
Nachdem die Geburtenraten jahrzehntelang nach unten gingen, stiegen sie seit 2013 wieder an. Eigentlich etwas worüber Deutschland sich freuen sollte.
Tatsächlich fehlen nach wie vor KITA-Plätze und auch die Familienförderung ist nicht optimal. Auch die Wirtschaft ist nicht hilfreich. Keine festen Arbeitsverträge werden wohl kaum zur Familiengründung anregen. Das Schroeder-Modell der unbefristeten Verträge oder kurz die Agenda 2010 war auch nicht für die Langzeit gedacht. Die Wirtschaft hat sich hier wieder die Rosinen herausgepickt. Der Neoliberalismus hat hier kein Erbarmen. Die Politik ist gefragt hier endlich einmal eine Stellung einzunehmen. Weiß die Regierung eigentlich worum es geht, oder will man nur die "schwarze Null" hofieren und die Wirtschaft machen lassen was sie will.

Des Weiteren: Fachpersonal fehlt in den kleineren Kliniken. Deshalb die leichte Entscheidung auf die größeren Kliniken zu verweisen, doch die können den großen Ansturm nicht bewältigen.

Geburt als Videodokumentation
Das Orgonomische Video-Archiv, eine Einrichtung des heutigen Wilhelm Reich Orgoninstitut Deutschland, arbeitete ab 1988 an einem Zentralpunkt der Orgonomie, der natürlichen Geburt. Natürlich hat Wilhelm Reich nicht die Geburt erfunden, doch die Orgonomie hat entscheidene Beiträge zur Geburt geliefert. Das Unterstreichen der Natürlichen Geburt.

Die Geburt ist ein natürlicher Vorgang. Es gibt Berichte der Geschichte die besagen, dass Frauen auf dem Lande während ihrer Feldarbeit ihre Kinder zur Welt gebracht haben und anschließend nach kurzer Pause weiterarbeiteten. Heute in der Zivilisation stellt sich das oft komplizierter dar.
Im Prinzip hat sich die Geburt seit diesen Tagen nicht verändert, es sei denn von der horizontalen Geburt (Geburt im Liegen) zur vertikalen Geburt (Geburt in der Hocke) und natürlich der Geburt im Wasser.
 Nur die Menschen sind vielleicht heute durch die Kultur etwas geschwächt. Eine Geburt verlangt ihnen schon etwas ab und führt in Gebiete des Nichtüblichen.
 
Anfangs wurden Geburten von Frauen durchgeführt und das aus gutem Grund. Frauen verstehen Frauen am besten, Männer mussten draußen warten. Die Kirche verfolgte diese Frauen teils als Hexen, weil sie auch Kräuterfrauen waren. Sie waren autonomer. Das war teuflische Magie. Nicht gottgewollt. Der Hexenhammer war wohl das eindringlichste Pamphlet der Inquisition der Kirche.

In späterer Zeit wurden Geburten von Badern durchgeführt, die natürlich Männer waren. Später gingen sie in die Hände von Ärzten über, wieder Männer. Hier entstanden die ersten gravierenden Probleme. Die Ärzte, die auch in der Pathologie die Leichenschau betrieben, halfen den Gebärenden mit ungewaschenen Händen, was die hohe Sterblichkeit des Kindbettfiebers (Puerperalsepsis) hervorrief. Erst der ungarische Arzt Ignaz Semmelweiss, der zum Händewaschen aufrief, was heute unerlässlich ist, wurde verlacht und Semmelweiss endete nach vielen Demütigungen im Irrenhaus. Frauen hatten es in der Männerdomäne schwer wieder die Geburt an sich zu ziehen. Bis heute ist es ihnen nicht zu 100 Prozent gelungen.

Seit der neuzeitlichen Frauenbewegung (Weiberrat des SDS Herbst 68) ziehen viele Frauen es vor ihr Kindgebären durch Frauen betreuen zu lassen, durch Hebammen.
Das kann aber sowohl in Kliniken wie auch in Privatpraxen stattfinden, oder aber auch zu Hause. Für einen Notfall könnte man in einer Klinik besser aufgehoben sein, aber in Kliniken können Geburten auch sehr behindert werden. Gestresste Ärzte, denen es oft an Einfühlung fehlt, behindern so den sensiblen Prozess der Geburt. Fremdes Personal erzeugt Angst und letztlich fehlten zu Reichs Zeiten wichtige Bedingungen für eine, heute würden wir sagen, "sanfte Geburt". 

Der Begriff wurde von Frédérick Leboyer, einem Arzt und Geburtshelfer geprägt, der sich für eine freundliche Geburt einsetzte. Leboyer war ein sehr sensibler Mensch. Eva Reich erzählte in Berlin eine Anekdote. Sie war mit Leboyer in einer Klinik in den USA und auf einmal sagte Leboyer "the baby- it`s crying". Er hatte am Ende des Ganges ein Baby weinen gehört. Dass störte ihn. Niemand hatte das anscheinend gehört.

Ein zweiter französischer Geburtshelfer ist der Arzt Michel Odent, der selber auch Orgonom ist, somit Reichs Arbeit gut kennt. Auf ihn geht die Wassergeburt zurück.

Eva Reich erwähnte auch immer wieder Fernand Lamaze (1891-1957). Er half den Frauen bei der Geburt durch Entspannungsübungen mit Massagen.
( Vortrag: Natürliche Geburt und frühkindliche Selbstregulation, 15.11.90 Berlin)
 
Reich beschrieb neben der oralen, analen, phallischen Phase, eine weitere wesentliche, die okuläre Phase.
Das okuläre Segment ist eine erogene Zone. Im Grunde weiß das heute jeder. Der liebende Augenkontakt stimuliert. Die freiesten Augen habe ich in Kathmandu/ Nepal gesehen. Weiter in Indien waren die Augen der Frauen schon mehr abweisend. Der neurotische Mensch schaut weg, so wie wir es kennen. Das Auge ist leer, traurig, ohne Kontakt mit der Umwelt. Man unterscheidet in der Panzerung 2 Stadien. Den unbefriedigten und den verdrängten Charakter. Der Unbefriedigte wäre hier der Voyeur, der Spanner. Hier wird das Sexuelle klar sichtbar. Die Werbung weiß das zu schätzen. Man kauft das Mädchen, nicht das Auto.

Für Reich wird dieser Block bei der Geburt erzeugt. Alle Schizophrenien gehören dem "verdrängten" Anteil an. Freud kannte diesen Anteil noch nicht.
Bei der Geburt kann das Licht zu grell sein. Früher gab es die Silbernitrattropfen in die Augen der Kinder, die höllisch schmerzten. Hebammen nannten die deshalb auch Höllentropfen.
Das Schlimmste war aber die Isolation (Separation) des Kindes von der Mutter. Diese Sterilität. Die Mutter bekam das Kind nur alle 4 Stunden zum Stillen. Dann wurde das Kind wieder von der Mutter abgetrennt.

Der orgonotische Kontakt fehlte anschließend, das bioenergetische Feld der Mutter. Kinder schrien und weinten (It´s crying), aber keiner kam. Hier findet die erste Augenblockung statt. Das Auge sucht im Raum umher und findet nur Leere. Dann kann es sein, dass das Baby nach einiger Zeit aufgibt. Das Leben ist zu schmerzhaft, es lohnt sich nicht. Wir kennen das aus der orgonomischen "Die Bione" 1937, Reichs biologische Forschung in Skandinavien. Biologische Strukturen zogen sich unter Stress zusammen und entspannten sich gegebenenfalls nicht mehr ( "Experimentelle Ergebnisse über die elektrische Funktion von Sexualität und Angst ( Oslo 1936)." 

Soweit ich weiß starben im Krieg in sowjetischen wie in faschistischen Kinder-Einrichtungen die Kinder zu 100%, wenn sie keine emotionelle Zuwendung bekamen.
Erst seit den 40er Jahren weiß man von dem bioenergetischen, bzw. orgonenergetischem Feld von Mutter und Baby (Orgon) und der Notwendigkeit der Überlagerung (Superimposition, USA 1951).
Dieses Wissen könnte heute für die Schwangerschaftsbegleitung und Geburt von großem Nutzen sein.

In dem Winter 1949 gründete Wilhelm Reich ein 
Forschungsprojekt mit dem Namen Orgonomisches Kinderforschungszentrum (OIRC) ORGONOMIC INFANT RESEACH CENTER N.Y.
Hier sollte das gesunde Aufwachsen der Neugeborenen in den ersten Jahren erforscht werde.
 
40 der besten Orgonomen wurden für dieses Projekt ausgewählt. Reich entdeckte das "große NEIN" zum Leben, das direkt nach der Geburt entsteht. 

Ich selber kann mich an meine eigenen Eindrücke direkt, unmittelbar nach meiner Geburt erinnern. Es war Angst vor den Eindrücken der Welt und vor allem das Alleinsein, das sich nach meiner Geburt 1952 ereignete. Ab 1974 erinnerte ich mich an das Gefühl, wusste aber damals noch nicht woher es kam. Bei mir drückte es sich in regelmäßigen Weinanfällen aus. Ich ging in Orgontherapie nach München.
Die große Welt und das Alleinsein. Das ist ein mächtiges Gefühl der Verzweiflung. Doch ich überstand das, entwickelte kein Nein, ich wurde zum Rebell und werte mich gegen das NEIN. Später fand ich zur Orgonomie, meinem heutigen Zuhause und meiner Arbeit.

Ärzte behaupten, Neugeborene würden nichts fühlen, die Nervenenden wären noch nicht richtig entwickelt. Deshalb kann man Jungs die Vorhaut ruhig abschneiden und ihnen Silbernitrattropfen in die Augen träufeln.- Warum Babys schreien haben sie sich wohl nie gefragt, es sei denn durch den Klaps auf den Po. Die Begrüßung ins Leben: Herzlich willkommen! Früher wurden dann Babys noch von der Mutter isoliert. Aus kirchlichen Gründen durften die Kinder in den ersten 24 Stunden nicht gestillt werden. Eine weitere Marter. All dies kann kein Zufall sein, sondern ein bewusstes vom Menschen erzeugtes Leid, kreiert von der neurotischen Menschheit, dem Menschen selbst.

Das NEIN zum Leben entsteht durch die Behinderung der plasmatischen Bewegung des Babys. Reich empfahl in seinem Buch "Kinder der Zukunft" auch den Orgonakkumulator, den es ja nach den "Nein- Menschen" nicht gibt, denn Orgon gibt es nach den "NEIN-Menschen" ja auch nicht.
Nach Reich sind die ersten 6 Wochen entscheidend für die weitere Entwicklung des Kindes, ob es eine Neigung zu Schizoidität oder zur Depression entwickelt.
Zur Forschung gehörten die Panzerungen (chronische Verhärtung der Muskulatur), ihre Entwicklung und Verstehen ihrer Bewegung, bez. Vermeidung.
Die weitere Frage war und ist nach wie vor heute: wie bewahrt man ein Kind vor Neurosen.
Hier wurden die ersten Ansätze zur orgonotischen Babymassage gelegt. Eva Reich lehrte dass später weltweit. Wie schon gesagt immer mehr Fachpersonal fehlt. 

Die "Fallangst" der Kinder war eines der ersten Resultate, das bis dahin unbekannt war und nur verstanden werden kann, wenn man Reichs Bioenergetik kennt.
Babys, die durch einen Raum geworfen werden, erleben das lusthaft, nur bereits neurotisierte Babys reagieren mit Furcht (wir haben das mit verschiedenen Babygruppen 1990 in Berlin praktiziert).
Fallangst kann einen Menschen durch sein ganzes Leben negativ begleiten, besonders auch im Sexuellen (als Orgasmusangst).
Allein hieran können wir erkennen, wie wichtig die Geburt als solches ist.
 
Meine Freundin bekam 1978 ihr erstes Kind in unserer gemeinsamen Wohnung in Berlin.
Die Hebamme, der Vater und ich waren neben der gebärenden Mutter anwesend. Ohne viel Aufwand und in Ruhe kam der junge Florian zur Welt.
Über die Geburt lernte ich von der Hebamme Bettina Türstig und der Berliner Hebamme Maureen Armonis, die jetzt in USA lebt. In der Berliner Hebammenpraxis von Maureen filmten wir, das Orgonomische Videoarchiv, einführende Seminare, konnten Geburten filmen und so filmisch über Geburt informieren.

Eva Reich propagierte eine Babymassage, die sie der Kinderkrankenschwester Aukett aus Australien zuschrieb. Da die Deutschen nur Bioenergetik (nach AL Lowen) kennen, fiel niemanden auf, dass diese Babymassage der Orgontherapie ziemlich genau folgt.

Eva Reich selber praktizierte ein Potpourri von Therapien, aber keine Orgontherapie, außer dieser Babymassage als Lehrinhalt. Möglichweise praktizierte sie keine Orgontherapie wegen ihres großen Übervaters Wilhelm Reich. Eva Reich hatte den typischen Konflikt, wenn Vater und Mutter sich trennen und die Mutter die Tochter gegen den Vater einnimmt. Ich kenne das aus eigener Erfahrung mit meiner Tochter aus meiner ersten Beziehung. Heute gibt es das Gesetz nicht mehr, dass Väter von ihren Töchtern isolieren kann. Diese Rechtseinsicht kommt für viele Väter, wie auch mich zu spät. Reich schickte Eva zu zwei männlichen Orgontherapeuten. Einer davon war Rafael, der andere Wolfe. Eine Fehlentscheidung, für die so geprägte Eva. Sie hätte in jedem Fall besser eine Frau gebraucht. Im Jahre 1950 gab es noch nicht so viele weibliche Reichtherapeuten. Wir, das OrgonInstitut Deutschland haben daraus gelernt. Wir haben extra eine weibliche Beauftragte für Orgontraining, nur für Frauen. 

Erst 2018 erschien das Buch von Wilhelm Reich „Kinder der Zukunft“ auf deutsch. Hieraus geht hervor, wie wichtig die Geburt und das erste Jahr des Kindes ist.

 
Geburt, Vorbereitungen und weitere Betreuung nach der Geburt
 
Wenn eine Frau weiß, dass sie schwanger ist, sollte sie sich eine Hebamme suchen, die sie ab jetzt bis zur Geburt und auch noch danach betreut. Es sollte eine Hebamme sein, der die werdende Mutter vertrauen kann, weil ab jetzt äußerst wichtige und intime Dinge erörtert werden sollten.
 
Durch die Schwangerschaft fängt ein neues Leben an. Die Schwangerschaft führt zur Einschränkung. Man wird Mutter. Es gibt eine Ambivalenz zwischen dem alten und dem neuen Leben. 
Eine Schwangerschaft verändert alles oder zumindest vieles, für die schwangere Frau selber, wie für die Umgebung der Frau. Dazu gehört auch das Verhältnis zum Ehemann oder Partner.
Im Verlauf der Schwangerschaft hat man möglicherweise verschiedenste Komplikationen, wie z.B. Angst, Erbrechen, erhöhten Blutdruck, Wassereinlagerungen in den Beinen, Blut im Urin. 
 
Gerade für diese Fälle ist die Geburtsvorsorge durch Hebammen wichtig. Ärzte haben oft nicht so viel Zeit für Gespräche. Einfühlsame Gespräche können Energien besser fließen lassen und Ängste beseitigen.
Durch die Schwangerschaft wird der Orgongehalt im Körper erhöht und diese Energien drücken auf die Panzerungen = muskuläre charakterliche Spannungsgebiete, oder einfacher ausgedrückt, das neurotische Gleichgewicht wird durcheinander gebracht. 

Reich empfahl den Einsatz des Orgonakkumulators während der Schwangerschaft (Kontraindikationen beachten!), damit der Körper durch neue unbelastete Energie versorgt wird. Es gibt auch Orgon- Decken.
Auch eine Orgontherapie (Orgontraining) kann wertvoll sein. Dadurch werden auch mögliche Schmerzen in der Gebärmutter aufgelöst. Die werdende Mutter wird so befreit.
Ein Geburtsvorbereitungskurs mit der Hebamme sollte stattfinden, die verbale und nonverbale Kommunikation muss vertieft werden.
Die Frau muss spüren was sie will. Die Hebamme hilft ihr die Geburt zu gestalten

Soziale Probleme müssen ausgeräumt werden, damit es der werdenden Mutter besser geht. Und wenn es dem Partner auch besser gehen kann wird das der Schwangerschaft und der werdenden Mutter gut tun. Der Partner ist also auch ein Thema. All das gehört zur Geburtsvorbereitung, der Betreuung der Mutter durch die Hebamme.
Es wäre auch gut vielleicht einen Schwangerschafts-Yoga zu machen.
 
J.R. Taylor schrieb die "Geschichte der Sexualität", die enthüllt, dass in allen Ländern ohne Schwangerschaftsverhütung jede Frau permanent schwanger war. 
Aber muss eine Geburt immer voller Schmerzen sein?
Grantly Dick-Read gilt als Vater der Geburtsbeschreibung.
Er schrieb das Buch "Childbirth without fear" („Mutterwerden ohne Schmerz. Die natürliche Geburt“). Sein Bericht zeigt, dass Kinder ohne viel Schmerzen geboren werden können.
Schmerzen kommen vor allem durch Anspannungen, die nicht richtig gehändelt werden.
Früher nahm man für die Geburt Äther (aber wenn die Mutter bei der Geburt betäubt ist, ist auch das Baby betäubt). Heute gibt es andere Betäubungsmittel, aber die Betäubung ist letztlich die gleiche.

Bei der Gebärenden werden von der Hypophyse Endorphine ausgeschüttet. Bei Schmerz, Angst und Stress werden Stresshormone ausgeschüttet. Körpereigene Morphine (Schmerzmittel) sind natürlich besser als künstliche und wirken funktioneller. 
 
Der Arzt und Geburtshelfer Fernand Lamaze entdeckte, dass spezielle Massagen der Gebärenden gut tun und die Geburt positiv beeinflussen.
 

Die Geburt selber

Die tatsächliche Geburt hat 3 Teile:

1.) Die Eröffnungsphase: Der Muttermund öffnet sich (passiver Zustand)
 
2.) Übergangsphase. Hier entscheidet sich die Mutter, ob sie zur Geburt bereit ist oder noch warten will. Letztlich muss die Bereitschaft für die Geburt entstehen, d.h. die werdende Mutter muss loslassen, damit die Geburt ihren Gang nehmen kann.
 
3.) Die Geburt: das Herausschieben des Kindes
 
Störungen der Geburt

Das können sein: äußere Umgebung, Klappern von Instrumenten, fremde Gerüche, fremde Farben des Raums, Störung durch das Kliniklicht, wechselndes Personal. Dadurch werden Ängste erzeugt. Bei einer Hausgeburt wird das verringert.
  
Klinik: Ein Teufelskreis von- Angst, Spannung und Schmerzen- Engstellung der Gefäße kann passieren, wenn z.B. ein unsensibler Arzt den Raum betritt. Die Herztöne bei der Mutter und dann auch beim Kind können abfallen, dann gibt es vielleicht einen Tropf und zum krönenden Abschluss die Saugglocke.
 
Dieser Stress kann bei einer Hausgeburt, bzw. Geburtshaus entfallen.
 
Innere Störungen:
Ambivalenz der Gefühle, Wehen kommen nur schwach.
Mit Hilfe der Hebamme kann die Geburt ohne Störungen ablaufen.
 
Der Muttermund öffnet sich nicht richtig.
Blockierung im Beckenraum und Beckenausgang, das Kind kommt vielleicht nicht so gut ins Becken. Der Ausgangsbereich öffnet sich nicht so richtig.
 
Mittlerer Teil:
manchmal dauert es, die Mutter hat die Entscheidung zur Geburt noch nicht richtig getroffen. Massieren ( nach Lamaze) kann helfen. Nach dem Abreagieren von Problemen kommt die Geburt gut voran. Die eigentliche Geburt braucht dann ihre Zeit.
Frauen sollten die Möglichkeit haben ausgiebig während der Geburt zu schreien. 

Neuerdings wird Frauen empfohlen direkt eine Kaiserschnitt Geburt zu machen, ohne medizinische Indikation.
Die Geburt wäre schneller, sauberer und problemloser. Was nicht erwähnt wird, ist, dass viele Frauen nach Kaiserschnittgeburten Probleme mit ihren energetischen Empfindungen haben. Hier gibt es aber eine Therapie.

Die Propaganda zum Kaiserschnitt kommt aus den USA.
1990 war die Rate dort auf dem Land 25%, in der Stadt 50 %. Heute sind es bestimmt mehr.
 
Michel Odent, Chirurg, Geburtshelfer, ebenfalls Orgonom,  propagierte ein Geburtsteam, also mehrere Personen, die bei der Geburt helfen (Arbeitsdemokratie). Eva Reich nennt das die Demokratie in der Familie. Alle arbeiten gemeinsam für den neuen Weg ins Leben.

Odent war auch der Entdecker des "Gebärinstinkts", der jeder Frau innewohnt.
Er propagierte ein "King Size Bett" (großes Bett in dem sich Frauen welzen können und das Baby kann sich eindrehen).
Bei einer "vertikalen Geburt" gibt es im Becken bis zu 2 cm mehr Raum. Nach Öffnung des Muttermunds kann man duschen und mit Hilfe eines Betreuers kann die Gebärende eine große Badewanne benutzen.

Bei einer Wassergeburt ist das Baby durch die Nabelschnur geschützt und schwimmt gerne etwas im Wasser (wie in der Fruchtblase, hier allerdings mit mehr Platz.)
Es gibt dann weniger Risse.
Fernand Leboyer (Die sanfte Geburt) war für Stille bei der Geburt. Krach stört die Mutter, aber auch das Baby.
 
  
GEBURT
 
Nach der Geburt: Das Baby kommt aus einer Umgebung von sagen wir 37 Grad in eine Umgebung von vielleicht 24 Grad oder weniger,18 Grad etc..
 
Schon aus diesem Grund sollte das Baby auf die warme Mutter gelegt werden. Das Baby hat 2 Versorgungssysteme,  Nabelschnur und Lungen. Die Nabelschnur ist so lang, dass das Baby mit dem Mund die Brustwarze erreicht.
Sobald das Baby an der Brust nuckelt, schließt sich durch den Reiz die Gebärmutter.
Eva Reich empfiehlt Teile des Mutterkuchen zu essen, vielleicht etwas angebraten. (Gebärmutter Stew= Eintopf)
 
Dadurch schließen sich Wunden und ebenso die Gebärmutter.
 
Viele Tiere lecken ihre Kinder von Kopf bis Fuß nach der Geburt. Wir Menschen machen das durch Streicheln. Der Sinn aus der Natur liegt darin, dass Kind zu energetisieren.
 
Wilhelm Reich vertrat die Meinung, dass Mutter und Kind zwei  orgonomische Systeme sind die sich gegenseitig erstrahlen, zum energetischen Glühen bringen.
 
Wenn das Kind herausgekommen ist gibt es keinen Klaps auf den Po, sondern das Baby wird auf den Bauch der Mutter gelegt. Menschliche Überlagerung ist wichtiger als Messen, Wiegen etc..
 
Das Baby hat zwei Versorgungssysteme. Die Nabelschnur wird erst getrennt, wenn sie auspulsiert hat. Das Kind atmet dann durch die Lungen.
Das Baby kann nach der Brustwarze suchen. Die Milch schießt ein (wenn alles in Ordnung ist).
Die Hebamme kann dann nach einiger Zeit die "orgonotische Babymassage" durchführen, bei der Nerven und Muskelstränge des Babys aktiviert werden.
 
Mutter und Kind bleiben zusammen, werden nicht durch technischen Murks von der Mutter entfernt. All das kann man auch später machen.
 
 
Nach der Geburt:

Die Mutter muss sich erholen und braucht Zeit ihre Spannungen abzubauen.
Das gute Verhältnis zwischen Mutter und Hebamme ist hilfreich für den ganzen Prozess von A-Z.
 
Die Zeit der Nachsorge
 
Jetzt muss die Mutter wieder zu sich selbst finden.
Zu hohe Ansprüche sollten losgelassen werden.
 
Zur Plazenta;
 
Alle Tiere außer Wale essen die Plazenta. Diese Information kommt von Dr. Eva Reich. Ich (John Trettin) habe selber nach einer Geburt einer Freundin, die ich auch in die Hebammenpraxis fuhr und bei der Geburt beiwohnte, ein Stück von der Gebärmutter hinterher gegessen und ich muss sagen, dass es nicht nur gut geschmeckt hat, sondern es hat mich auch stark energetisiert. Man kann das anbraten und mit Ketchup mischen.
 
Beschneidung:

Sie gehört zu den bösartigsten Maßnahmen nach der Geburt und ist rein ideologisch begründet. Es sei denn es handelt sich um eine medizinische Indikation (Fimose). Früher wurde behauptet die Nervenenden beim Baby wären nach der Geburt noch nicht so entwickelt. Das Baby würde nichts spüren. Heute weiß man, dass das nicht stimmt. Das beschriebene Baby von Leboyer ("It´s crying") war ein Baby das gerade beschnitten wurde.
 
Beschneidung ist antisexuell. Sie wurde von Juden in Babylon während ihrer Versklavung als Bund mit Gott eingeführt, damit sich die Juden nicht mit den Babyloniern, die sexuell freizügiger waren, vermischten. Sex sollte weh tun oder man sollte weniger Empfindung haben. Vielleicht war die Verkündung sadistischer Art. Irgendwo muss es ja herkommen. Ein Gehirn muss es ausgesponnen haben.
 
Der Bund mit Gott heißt: Sexualität führt von der diktatorischen Ideologie weg ins demokratische Leben (dem eigentlichen Gott). Die Bibel (5 Bücher Mose) wurden erst in Babylon niedergeschrieben, um die Juden zusammen zu halten. In sofern ist es negative Sexualpolitik.
 
Sie ist ein Symbol, dass Diktatur Demokratie (Herrschaft durch das Volk) gegenüber steht, so wie heute auch.
 
Die Moslems, deren Wurzel ein Patriarchat ist, d.h. der Mann herrscht über die Frau, haben diesen Irrglauben von den Juden übernommen. Es ist vielleicht die Maßnahme gegen Sexualität, die später noch weiter ausgebaut ist. Hier werden Ideologien der höheren Moral zum Fallbeil des Babys, das sich nicht wehren kann. Man kann das als eine echte Vergewaltigung werten, die bisher nicht gesühnt wird. 

Es ist höchst erfreulich das Beschneidung inzwischen in Ägypten gesetzlich verboten ist. Aufklärung gegen Beschneidung gibt es inzwischen überall auf der Welt.
 
Die Qualen die ein Baby unsinnigerweise im Zuge der Geburt erdulden muss, bezeichnete Reich als das grundlegende NEIN zum Leben, dass sich beim Baby herausbildet und möglicherweise ein ganzes Leben lang anhält.
 
Vereinfacht kann man die Sexualität, die Erbsünde als den Teufel schlechthin bezeichnen.
 
Während man den 10 Geboten noch viel Gutes abgewinnen kann (sie sind im Kern richtig), trifft das auf den Bund mit Gott durch Beschneidung nicht zu.
 
Christen ersetzten die Beschneidung durch die Taufe. So geht es auch.
Ich habe an anderer Stelle geschrieben, dass ich der Meinung bin, dass die Beschneidung Körperverletzung ist. In Deutschland ist sie politisch gewollt um Juden und Muslime  kulturell zufrieden zu stellen. Ein Kölner Gericht hatte bereits geurteilt dass Beschneidung Körperverletzung sei. Hier steht anscheinend die Politik über dem Recht. Wo hört unser Rechtsstaat auf?
  
Marshall Klaus macht eine Studie mit 1000 Babys.
Die erste Gruppe hatte innigen Kontakt zur Mutter, die zweite nicht. Nach 5 Jahren verglich er die Kindergruppen miteinander und stellte fest, dass die erste Gruppe cerebral besser funktionierte 
 
Jean Liedloff machte eine Studie bei Indianern. Babys die am Körper getragen werden haben später eine bessere Selbstregulation.

Nach Eva Reich versteht man im Gegensatz dazu im Mittelmeerraum die Babys von Anfang an nicht. Die Erwachsenen üben Druck auf sie aus bis in das 60. Lebensjahr. Zuerst kein Kontakt und dann kein Loslassen mehr.
  
Bounding
 
Nach der Geburt geht es um das Bounding. Das enge Zusammensein zwischen Mutter und Kind, und im weiteren Verlauf auch den Personen die im unmittelbaren damit zu tun haben. Bounding ist von besonderer Wichtigkeit. Wir wissen das auch aus Therapien. Eine Therapie steht oder fällt mit dem gegenseitigen Kontakt. Genauso verhält es sich auch bezüglich der Geburt, Mutter und Kind, Partnerschaft.
 
Wer im Krankenhaus gebären will sollte Doris Hair "Familie im Krankenhaus" lesen. Da geht es um die Patientenrechte.
 
Das Brustfüttern ist optimal, auch wenn es immer mehr  Stimmen gibt, dass die Muttermilch vergiftet ist. 
Aber andere Lebensmittel sind auch vergiftet, durch Umweltgifte belastet.
Die Muttermilch hat den Vorteil des "gegenseitigen Erstrahlens", was tote Lebensmittel nicht haben. Es ist aber das was das Baby braucht und das Beste was es gibt.
 
In einem Vortrag in Berlin schwärmte Eva Reich von energetischer Milch (Muttermilch), das sie unter dem Mikroskop zu Zeiten ihres Vater gesehen hatte.
Wenige Tage später konnten wir ihr strahlende Muttermilch von Mikroskopaufnahmen von unserem Laborseminar zeigen. Eva war entzückt und begeistert und sagte: das Beste was sie je gesehen habe. Sie kannte das Video- Archiv in der Müllerstr. damals noch nicht.
 
Von da an nutzte sie den Orgonakkumulator der im Studio stand. Sie sagte darüber "immer wenn ich mich niedrig fühle gehe ich hinein und dann ist es wie eine Blume, die man in Wasser steckt. Sie blüht dann auf, so ist das Gefühl."
 
Sollte die Mutter nach 6 Monaten abstillen, kann das Baby alles essen. Man kann aber ein Baby so lange stillen wie man will, allerdings nicht, wenn man wieder schwanger ist. Der Körper braucht die Nährstoffe.
 
In der Natur gibt es etwas, was man als die natürliche Vernunft bezeichnen könnte, "commensence " = gesunder Menschenverstand. Das ist bezogen auf die Familie, gesunde Familiendemokratie.
 
Lloyd DeMause beschrieb die Schädlichkeit der Bewegungsunfreiheit beim Kind durch eine enge Wickelpraxis. (Lloyd DeMause, "Hört ihr die Kinder weinen.- Eine psychogenetische Geschichte der Kindheit", Suhrkamp Verlag KG; (1990). Lloyd DeMause, "The History of Childhood", Psychohistory Press (1974)) Tausende von Jahren hat man das gemacht. Das Kind kann sich ja gar nicht bewegen (wahrscheinlich hat man Angst vor dem zappligen Baby).
 
Reinlichkeitserziehung: 

Diese ist in Frankreich besonders schlimm. Es gibt die sogenannten "sauberen Länder": Holland, Belgien, Schweiz,  Österreich, Deutschland etc..

Unterdrückung der Sexualität: 

Bereits in der Stillzeit ereignet sich eine Art oraler Orgasmus wenn das Stillen optimal ist. Es gibt dann zum Schluss ein kleines Zittern und etwas Milch tritt aus dem Mund aus. Beim Jungen hebt sich der Penis beim Stillen (d.h. er bekommt eine Erektion).

Empfohlene Literatur wäre:

Paul u. Jean Ritter, ihr Buch heißt "Freie Familie" (Beobachtungen an 7 eigenen Kindern): Kein Schlagen, Dinge erklären, keine Bestrafung für sexuelles Spiel (kein Schlagen).
Mütter sollten mindestens 3 Jahre beim Kind bleiben. Kinder brauchen Liebe, nicht nur Beschäftigung und soziale Organisierung. Wenn das Energiefeld zu früh aufhört zu funkeln, gibt es auch später kein Soziales mehr, eher eine Maschine.

Kinder haben bisher keine Stimme in der Politik. Die Grüne Partei hat keine Ahnung von Energetik und kindlichen Rechten. Sie sind gegen die natürliche Sexualität, das zeigt ihre Genderpolitik.

Selbstregulierte Kinder sind anpassungsfähig. Es gibt Baby- und Jugendtherapie (Reich) und natürlich die Babymassage und die Orgondecke.
 
"Secret of childhood" von Montessori beschreibt wie Kinder entdecken. Schule verdirbt die erworbene Freiheit,
Homeschooling ist besser.
Kinder sollte man trotz Schulpflicht nicht zur Schule zwingen. Trotzdem muss das Problem gerade wegen der Schulpflicht geregelt werden.

Ein gutes Beispiel ist auch die Berlin Rebel High School (die Schule für Erwachsenenbildung in West-Berlin (SFE) gibt es seit 1973). Da kann man mittlere Reife und Abitur nachmachen. Ich habe in den 70ger Jahren diese Schule selber besucht, es gibt dort keine feste Sitzordnung und man kann auch Haustiere mitbringen. Das ist ein hoffnungsversprechender Ansatz. 2016 wurde ein 90 minütiger Dokumentarfilm darüber gedreht mit dem Titel Berlin Rebel High School.

Von Summerhill können wir auch lernen, wie Kinder gut lernen (A.S.Neill, "Theorie und Praxis der antiautoritären Erziehung",  Rowohlt (1998)). A.S.Neill war seit der Studentenbewegung dafür berühmt. Kinder kann man nicht auf einen Stuhl zwingen.
Kinder müssen sich bewegen können und sie lernen am besten, wenn sie einen interessierten Lernstoff haben.
Der böse Lehrer mit dem Stock vor der Klasse gehört zur Vergangenheit, nicht zur Zukunft. Mit anderen Worten; wir haben noch kein richtiges Schulsystem.

Des weiteren:
Kinder haben keine Stimme in der Politik

Sexualität sollte privat sein, aber gut ist ein Familienbett für alle. Trotzdem sollte jeder sein eigenes Zimmer haben.
Das große NEIN steht am Anfang des Lebens, wenn wir das Leben nicht richtig willkommen heißen. Lernen wir durch die richtige Geburt für ein JA zum Leben.
 
Politische Programme werden uns das nicht bringen, nur die lebendige Arbeitsdemokratie.
 
John Joachim Trettin, Frühling 2018




 
 
 

Donnerstag, 12. April 2018

3 Schüsse auf Rudi Dutschke




Heute vor 50 Jahren, am 11. April 1968 wurden 3 Schüsse auf den Studenten Rudi Dutschke abgefeuert. Rudi starb 11 Jahre später daran, in einer Badewanne, allein, ohne Hilfe. Der Schütze, ein junger Hilfsarbeiter war extra aus München angereist, angestachelt durch die Boulevard-Presse, um Rudi abzuknallen.

Rudi Dutschke kam aus der DDR, dem anderen Deutschland von dessen Rigidität er die Schnauze voll hatte. Er kam zu einer Zeit nach Westberlin, als der SDS (sozialistischer deutscher Studentenbund, einst eine Studentengruppe der SPD) politisch durchhing.
1967 war bereits Benno Ohnesorg von der Polizei in Westberlin erschossen worden. Dutschke wurde bekannt durch den von ihm und anderen organisierten Internationaler Vietnamkongress. Dutschke hatte Charisma. Er war eloquent, theoretisch anders als die Kommune 1, die mehr das Konzept vertrat, den Staat durch humoreske Entblößungen in seiner Absurdität darzustellen. Vielleicht war Dutschke dadurch auch gefährlicher. 

Dutschke vertrat eine Theorie, die besagte, "wir leben jetzt in einer Zeit wo wir alles erreichen können was wir wollen, wenn wir es wollen" und von dieser Theorie zur Praxis übergehen. Tatsächlich hatte er damit recht, nur dazu gehörte es auch, diese Emotion hochzuhalten. Das ist eine Kunst und gelang nicht mehr, vor allem nicht weil er sich nach seinem Anschlag erholen musste. 

Als er einige Zeit später in London lebte, stand er fassungslos vor dem Phänomen, dass die ROLLING STONES mühelos den Hyde Park füllen konnten, es aber erheblich schwieriger war eine solche Menge auf die Strasse zu einer Demo zu bekommen. Wahrscheinlich verstand er das wirklich nicht. 

Als man 1970 politisch "die antiautoritäre Phase“ liquidieren sollte, um effektiver politisch zu arbeiten, verlor die Bewegung ihren Charme und zeigte langsam aber sicher das stalinistische Gesicht des Sozialismus "alles was schön ist, ist konterrevolutionär, bourgeois“. 

Was zeigt uns das. Politik muss human bleiben, es ist keine Politbörse. Die gehört dem Kapitalismus. Das unser Land von Parteien regiert wird war allen klar, dass es eine Partei für die Zukunft geben musste war unausweichlich. Die KPD/AO (Aufbau Organisation) konnte es genauso wenig sein wie der KBW (Kommunistischer Bund Westdeutschland). Stark an der Natur orientiert, bildeten sich die Grünen als stärkste Kraft heraus und Rudi war einer ihrer Sympathisanten. Aber eine Partei ist etwas anderes als eine APO (Außerparlamentarische Opposition), die Frauenbewegung und Kinderläden begründete. 

Heute sind wir ein Stück weiter. Klarer ist wie Determinierungen neurobiologisch beim Kind etabliert werden. Somit blieben leider die Kinder das Stiefkind der 68er. Aus den neuen Kitas gab es bereits das Beispiel des "TIME OUT" bei zweijährigen, das bedeutet Kinder vor die Tür zu stellen, oder mit dem Gesicht zur Wand. Solche Traumatisierungen waren früher für uns nur peinlich, heute erkennen wir wie das Gehirn das verarbeitet.
Politik ist doch in der Essenz nichts anderes als die Organisierung dessen, was man tun muss um die Gesellschaft nicht an ihren Früchten zu beteiligen. Das Rätsel das zu ändern ist noch nicht gelöst. Wie dem auch sei.-
Schade, Rudi, dass Du nicht mehr unter uns bist.
 

Montag, 19. Februar 2018

1968


 
Audimax der TU Berlin 1968

Inzwischen muss man ja schon sagen, dass nur die Älteren sich noch daran erinnern, in einer Zeit, wo junge Leute noch nicht einmal die Beatles mehr kennen - John, Paul, George and Ringo.
 
Es geht um die 68er, die 68er Studentenbewegung. An einem Wochenende, genau wie das jetzige 17./18.2. 2018, war vor 50 Jahren der Vietnam- Kongress in West-Berlin, eben 1968, nachdem die Studentenbewegung ihren Namen erhielt.
 
Gebrodelt hatte es bereits schon vorher. Es ist bekannt, dass sich Adenauer jede Menge Nazi- Personal in Deutschland politisch hielt, was die Nation lähmte.
Die Nachkriegsgeneration wollte eine Aufarbeitung alter Strukturen. Warum waren ihre Eltern Nazis gewesen. Warum waren heute noch Polizisten aus dem Nationalsozialismus immer noch Polizisten (Polizei im 3. Reich unterstand der SA). Da war der Bundesnachrichtendienst, der von einem ehemaligen Nazi geführt wurde. Das Staatsoberhaupt war in den Bau eines Konzentrationslagers verwickelt. Bundeskanzler Kiesinger bekam von Beate Klarsfeld eine Ohrfeige. Bereits früh war er in die NSDAP eingetreten. Westberlin war auch 1968 noch durch die Siegermächte bestimmt. Und dann der imperialistische Krieg in Vietnam durch unsere Gönner, die USA.

1968 lebte Rudi Dutschke in Westberlin, der aus der DDR kam, ebenso wie Bernd Rabehl. Der SDS, die ehemalige Studentenorganisation der SPD, hatte damals eine Flaute und bekam durch den dynamischen Rudi Auftrieb.
Den ersten großen Eklat gab es bereits am 2.Juni 1967, als Benno Ohnesorg von der Polizei auf einer Anti-Schah-Demo, gegenüber der deutschen Oper, erschossen wurde. Dasselbe Schicksal erlitt Rudi Dutschke im April 1968, allerdings durch einen von den Medien aufgehetzten Zivilisten.

Bereits am 1.1.67 wurde die Kommune 1 gegründet zu der Dieter Kunzelmann und Fritz Teufel gehörten. Dutschke und Rabehl sympathisierten, standen dann aber doch abseits.

Hier sollte der Versuch unternommen werden, dass Zusammenleben mehr nach Bedürfnissen zu leben, ein soziales Lebenslabor zur "Politisierung des bürgerlichen Individuums" (K 2). Der Vietnamkrieg fiel in dieses Schema. Man fühlte sich verantwortlich.

Eines Tages sah ich Rainer Langhans (K1) der mit seiner Struwwelpeterfrisur auf einem Richtertisch stand. Hintergrund: K.P. hatte seine Notdurft im Gerichtssaal entleert und war danach zum Richtertisch gerannt, nahm sich seine Anklageschrift und wischte sich den Hintern damit ab. Dies sollte zeigen, was man von dem Recht der Besatzer hielt.

Ab da wollte ich politischer Kommunarde werden. Es war die Zeit des politischen Aktionismus, nicht der Gewalt. 
Ich war damals noch Schüler, nahm aber schon 1968 am Sternmarsch auf Bonn gegen die Notstandsgesetze teil. Erst 1969 lebte ich in der Kommune 1-Fabrik in der Stephanstr., in Moabit / Berlin.
Zum Vietnamkongress kamen über 5000 Personen angereist, unter ihnen auch philosophische Prominenz wie Jean Paul Sartre. Die 68er-Bewegung setzte vieles in Gang, u.a. die Kinderladen-Bewegung (freie Erziehung), die Frauenbewegung, das Leben in Wohngemeinschaften und überhaupt die Politisierung, die letztlich zur Gründung der Grünen führte. Die 68er Bewegung war eine revolutionäre Bewegung, auch wenn sie das Herz der Nation nicht erreichte, die Arbeiter und den Mittelstand. Mich führte sie in die Tiefen der Sexualökonomie von Wilhelm Reich, der selber ein politischer Theoretiker der Bewegung war. Hier fand ich meinen späteren Beruf, den ich heute, (wenn selber auch schon Rentner) immer noch ausübe. -J.T.


Audimax der TU Berlin 2018


Samstag, 25. November 2017

Arbeitsdemokratie und Politik




Der Philosoph Winfried Santüns mit John im Gespräch über Dialektik  1984 in Berlin

Freitag, 24. November 2017

Arbeitsdemokratie und Politik 


Arbeitdemokratie ist ein integraler Bestandteil des Menschen. Der Mensch ist aus sich heraus arbeitsdemokratisch, heißt, hat Interesse und Freude mit anderen Menschen zusammen zu arbeiten und das Leben zu organisieren. Dem gegenüber gibt es einen Gegenspieler wie das in der Dualität so häufig der Fall ist. Das ist die Politik. Das Wort Politik, dass sich von Polis also der Stadt ableitet, weist darauf hin, dass sich dieser Begriff wohl bildete als Organisationen komplexer wurden, wie beispielsweise in den Städten wo nicht mehr jeder jeden kennt und somit die Administrationen wichtig wurden.

Eigentlich ist dagegen nichts einzuwenden: Politik als Ausdruck gesellschaftlicher Organisation. Vielleicht liegt das Problem positiv betrachtet an der Komplexität und Anonymität. Doch die Politik nutzte genau das aus um etwas Neues zu schaffen. Aus der natürlichen Arbeitsdemokratie wurde das Streben nach Macht! Alles zu unterwandern und zu umgehen und sich an die Spitze einer Struktur zu setzen. Zuerst war es was kleines, wie ein Häuptlingsinteresse oder eine Verwaltung. Dazu brauchte man Ideologie, dann Strategie und vor allem die Lüge, das Verbergen, das Nichtsagen, wie wir es auch aus der heutigen Politik kennen. Im Extrem des Verbergens nennt man das Diplomatie, die legitimierte Lüge. Lüge in veredelter Art, eine neue Wahrheit, eine neue Machtidee und ein neuer Machtbereich.


Während der Begriff Arbeitsdemokratie (bestimmt hieß er damals nicht so) unterging, etablierte sich der Begriff der Politik für das soziale Zusammenleben.1968 sagten wir "Alles ist politisch", was auch stimmte wenn wir den Begriff richtig in seinen Bedeutungszusammenhang der damaligen progressiven Zeit sehen. Ich selber sagte einmal "ich bin stolz politisiert worden zu sein". Aber auch hier gab es schon eine arbeitsdemokratische Bewegung, die sich nicht unbedingt politisch nannte, denn politisch war meistens marxistisch oder gar maoistisch, wenn nicht sogar leninistisch. Das hatte nichts mehr zu tun mit dem frühen Marx, der noch über Entfremdung referierte. Engels "Dialektik der Natur" war manchem ein Graus. Cohn-Bendit und Fischer gehörten zu den Spontaniisten, also keiner Partei an.


Im Allgemeinen gibt es Beziehungspolitik, Familienpolitik, Schulpolitik, Hochschulpolitik und so fort. Politisch hieß hier, alles hängst nicht nur zusammen sondern unterliegt auch einer politischen Ideologie. Das war für uns zunächst Mittelschichtpolitik und damit die politische Forderung nach Emanzipation. "Kampf dem Patriarchat" anstatt Rotfront. Die Frauenbewegung kam erst 10 Jahre später dazu. Reich spielte hier schon eine große Rolle, aber nicht bei allen. Die Stauung der Sexualität. Die Charakterbildung als emotionelle Prägung. So Worte wie "geil" oder "fick dich" hätte man in den 60ern unmöglich sagen dürfen. Ich spreche über den Mittelstand.


Doch es gab da einen Widerspruch. Das war der Bereich der Fabrikarbeiter. Er war die Quelle der Produktion. Leute wie Fischer, Cohn-Bendit und ich gingen in Betriebe um Arbeiter näher kennen zu lernen. Haes, der Wahlhelfer von Rainer Langhans war auch mit dabei. Arbeiter hatten eine andere Kultur und ihre Politik musste gegenüber dem Mittelstand entsprechend anders sein. Das lernte ich selber von den Fordwerken, Ford beim wilden Streik 1973 wo es die Forderung "1 Mark für alle“ gab. Ich will nicht über diesen Streik referieren, der von Türken ausging. Ich war damals gerade raus bei Ford. (2013 gab es ein Gedenktreffen nach 40 Jahren über diesen größten Streik in Deutschland seit Gründung der BRD). In diesem Streik zeigten sich ebenfalls 2 Fronten. Die eine war arbeitsdemokratisch, die andere wollte lediglich einen Machtzuwachs. Dieser Teil war unsolidarisch und unangenehm, hart und kalt. Die Arbeitsdemokratie, das waren Arbeiter und mehr junge freundliche Leute, der Teil vor und hinter dem Tor.

Im Allgemeinen aber: Die Arbeiter wollten was wir uns nicht vorstellen konnten. Sie wollten keine revolutionäre Freiheit, auch keine Emanzipation, statt dessen lieber selber Chef sein. Zunächst einen kleinen Betrieb haben, wo sie Boss waren und die anderen die Arbeiter. Wie bitte?

Das gefiel uns Mittelschichtler natürlich überhaupt nicht. Daraus entstand die Idee, der Arbeiter müsste "politisiert "werden. Er müsste lernen was seine wirklichen Ziele sein müssten (das wussten wir natürlich besser als er) und wie er sie organisiert. 


Ich machte zudem noch eine andere Erfahrung. In der Arbeiterschaft gab es keine einheitliche Arbeiterklasse. Da waren alte Arbeiter und junge Arbeiter. Zwischen diesen beiden Gruppen gab es einen Kulturkrieg der zunächst unkittbar war. Die jungen wollten einfach mehr Freiheit, nicht mehr Organisation und ich musste ihnen Recht geben. Mit den Beatles 1963 brach ein emotioneller Sturm los für mehr "libidinöse" Freiheit. Das war die wahre SEXUELLE REVOLUTION und nicht Castro, Moa Che Guevara, Kim Il Sung oder Ho Chi Minh. Hier teilte sich die 68ger Revolution. Die eine Fraktion meinte man müsste die marxistische Revolution organisieren (Politik), ein anderer 

Teil wollte lieber das Leben organisieren. Vielleicht mal nach Indien fahren, einen Guru wie Anagarika Govinda finden oder die eigene Kultur aufarbeiten. Das waren mehr die Arbeitsdemokraten, die man letztlich nach 1970 für "nichtpolitisch" hielt. Es gab ein falsches Verständnis. In der Politik politische Arbeit und Selbstverwirklichung sind Gegensätze. In der Dialektik aber sind gesellschaftliche Arbeit und Selbstverwirklichung natürlich und ergänzen sich. 

Das Rätsel löste sich mal wieder, wie konnte es auch anders sein durch Wilhelm Reich. 1969 besuchten wir den marxistischen Psychologieprofessor Peter Brückner, seine damalige Freundin war die Fernsehjournalistin Barbara Sichtermann. Sichtermann glaubte, das es falsch war was Kommunen machten. Eine Politik, nach innen gerichtet und deshalb unpolitisch.


Peter vertrat mehr unseren Standpunkt. Auch emanzipatorische Politik ist revolutionär. Aber zwischen diesen beiden Polen sollte man angeblich entscheiden. Der politisch Arbeitende muss immer leiden. Ihm darf es nicht gut gehen. Das war bei Reich schon in den 30er Jahren so. Das Proletariat sollte auch leiden, sonst würden die ja die Revolution nicht machen. Ein schönes Leben vor der Revolution durfte es nicht geben. Ich finde das heute nachträglich krank und auch schon damals komisch. Diese Leidenstheorie ist ein frühkindlicher Schaden, der später zur Gewalt führte. Das erkannte man erst, als es zu spät war.


Die Arbeiten Reichs leideten unter den Kommunisten, der Fraktion von der sich die Hälfte der Deutschen in den 20er und 30er Jahren Befreiung erhoffte. Reichs Veröffentlichungen (Reich war inzwischen in Berlin und in der KP) mussten erst von der KPDSU in Moskau genehmigt werden. Jedoch, eine Genehmigung wurde NIE erteilt! Die Schrift "Was ist Klassenbewusstsein", noch unter dem Pseudonym Ernst Parell herausgebracht, war brillant und ehrlich. Hier lernte ich Reich charakterlich kennen, den liebevollen Arbeitsdemokraten. Für die KP war das ein Graus. Es stellte die uneingeschränkte Gewalt der Partei in Frage. Ja, er, Reich  behauptete sogar es gäbe ein Klassenbewusstsein der Partei und eins der Massen, also der Menschen. Wilhelm Pieck, Chef der KP sagte Reich wäre der erste, den er nach gewonnener Revolution an die Wand stellen würde. Ein echter Stalinist. 


Es ist wohl immer so, dass man Aufklärer als Zerstörer brandmarken will. So auch was mich betrifft wurde behauptet ich wolle die Orgonomie zerstören. Für Reich löste sich das Problem erst, als er vor Hitler nach Dänemark floh und dort den SexPol Verlag gründen konnte. Hier löste sich Reich von der Politik und machte in den 30er Jahren einer seiner größten Entdeckungen: die Spontangeneration, Kontraktur und Expansion von Bionen (Energiebläschen), an denen in den USA die Orgonstrahlung entdeckt wurde (sie kann man nachweisen, ich habe alleine Temperatur und Elektroskopentladung 15 Jahre lang kontinuierlich jeden Tag gemessen. Auch die biologischen Experimente habe ich nachvollzogen und sie stimmen). In Dänemark hatte er sich völlig von der Politik gelöst und tauchte wieder in die Arbeitsdemokratie ein. Reich korrigierte viele Bücher und erweiterte sie auf die doppelte Seitenzahl, im Besonderen darunter die Charakteranalyse und die Massenpsychologie des Faschismus.


In der Auseinandersetzung mit der Politik hatte Reich die Arbeitsdemokratie als angeborene natürliche Funktion des Menschen entdeckt. Ihr stand inzwischen die Politik gegenüber.

Wahrscheinlich kann man Arbeitsdemokratie und Politik nicht trennen. Es ist wie yin und yang. Während Arbeitsdemokratie immer die Basis allen Funktionierens ist, sind die Politiker die die damit arbeiten wollen (die einen sehen in der Natur einen Baum stehen, die anderen im Geist was man mit dem Baum machen könnte). Während Arbeitsdemokratie immer konservativ in einem rationalem Fahrwasser ruht, ist die Politik schnell anfällig für Irrationalität, die sich vor allem im Macht haben wollen ausdrückt. Hierbei ist auch das ganze Ensemble, das dazu gehört: Gier, Eifersucht, Intrige, irrationale Konkurrenz und Täuschung. Die Neigung dazu ist sehr stark vorhanden, ja quasi vorgegeben. Gut ist es also, wenn die Politik sich eher in Richtung Arbeitsdemokratie zurückbesinnt bzw. dialektisch erweitert,  bedeutet Politik wird zur Arbeitsdemokratie. Oder anders ausgedrückt, These: Arbeitsdemokratie, Antithese: Politik, Synthese: arbeitsdemokratische Politik (aber leider ist ja die Zeit, wo die Philosophie noch eine Vormacht hatte vorbei. Stattdessen knallharte Brutalität).

Reichs Erlebnis in Wien während eines Aufstandes ließ ihn sehen, wie Nachbarn aufeinander schossen. Zudem entdeckte er, dass die psychische Struktur nur Ausdruck der vorherrschenden Produktionsverhältnisse waren. Die Sexualstauung machte die Irrationalität in der Gesellschaft erst möglich. Er selbst wollte sich beteiligen an Aufklärung und Veränderung. Aber er kannte damals das Wesen der Politik noch nicht. Als er fast ihr Opfer wurde wuchs sein Zorn auf die Politik. Vielleicht kam die Politik etwas zu schlecht in seiner Beurteilung weg. Politik kann man genauso wenig ausmerzen wie die allgemeine Krankheitsdisposition. Politik entstand wahrscheinlich im Zuge der Arbeitsteilung und im Größeren: Häuptling gegen Clan. 


Was kann man anfangen mit dem Wissen über die Arbeitsdemokratie. Dass wäre ein Prozess geistiger Kultur. Heute würde man sagen, man könnte darüber meditieren um zu erkennen wo Rationalität in Irrationalität umschlägt. Das Problem ist naturgegeben. Es war nur eine Frage der Zeit. Aber heute haben wir damit zu tun und es ist auch naturgegeben sich damit auseinander zu setzen. Marxisten konnten Reich natürlich nicht verstehen. Er konnte nur verrückt geworden sein. In seinem Wahn baute er eine Kiste und sagte: "Da ist der Orgasmus drin!". Otto Fenichels Gerücht erreichte doch Amerika und so behauptete ein Psychologieprofessor in einer Vorlesung: "Und da gab es diesen Freud-Schüler Wilhelm Reich, der wegen seiner verrückten Sex-Ideen in einer Geistesanstalt landete." Ein Student meldete sich und sagte: "Das ist ja gar nicht wahr. Reich ist Therapeut hier in New York, er praktiziert sogar 2 Blocks von hier und ich bei ihm Patient".


Das Prinzip der Politik finden wir also überall, nicht nur in der Politik wie Parteien oder APO, sondern vor allem auch in den Familien (patriarchalische Familienpolitik. Reich nannte diese Erkrankung Femilitis). Insofern kann man von Politik sprechen, wenn Personen oder Gruppen für sich Macht reklamieren, die meist immer SOZIAL GETARNT ist. Der Arbeit steht der Wille zur Macht gegenüber. MACHT unbedingt! Offen oder durch Rationalisierungen. Tatsächlich ist Politik also die Erkrankung der Arbeitsdemokratie. Blöd, dass es 2 Bedeutungen für einen Begriff gibt: Politik. Wir sind Realisten und wissen, dass wir heute ohne Parteien nicht auskommen und die Politik wird auch weiter unsere Gesellschaft bestimmen. Die Arbeitsdemokratie kann man noch niemals politisch erobern. Man kann sie noch nicht mal einführen, weil sie bereits existiert, überall dort wo Arbeit geleistet wird. Sie muss nur gesäubert werden von all dem was wir Politik nennen. 


Aber das nicht durch politische Art. Realistisch betrachtet ist Arbeitsdemokratie und Politik in einander vermengt. Auf die Seite der Arbeitsdemokratie zu gehen ist eine leise Revolution, jedenfalls von der Seite, die die Arbeitsdemokratie versteht. Wie gesagt, sie politisch einzuführen ist unmöglich, weil sie keine Politik ist. Wie kann man die Entartung erkennen. Einfach, wenn es einen nach Macht gelüstet. Das kann man gut überall erkennen. Irgendwann ist ein Punkt überschritten, dann geht man über Leichen, alles prallt dann von einem ab. Man will nur noch gewinnen. Früher machte man das mit dem Schwert, heute sind die Methoden zivilisiert und viel subtiler.


Arbeitsdemokratie, der unpopuläre Reichsche Begriff, hat noch nicht einmal in den Reichianischen Gruppen Einzug gefunden. Nicht attraktiv, zu philosophisch. Zusammengebogen wie alles andere? Man kann sich aber glücklich schätzen wenn man sie kennt und versteht. Es wird vielleicht etwas Zeit und Nachdenken bedürfen bis man ihren Sinn ergründet. 


Mit dem Wissen über Politik kann man es schaffen zu einem normalen Leben zurückzufinden, jenseits von Macht und AufsteigerInteressen.


Die Arbeitsdemokratie markierte also den Punkt bei Reich, sich von der Politik abzuwenden. Linke sahen darin einen Zusammenbruch von Reich. Reich gab sich viel Mühe in der  3. erweiterten und korrigierten Ausgabe der Massenpsychologie des Faschismus 1942 diese Trennung rational zu erklären (u.a. angefangen in Masse und Staat) und dem 3 Schichtenmodell des Menschen und seiner charakterlichen und politischen Verknüpfungen. Die Grüne Partei gab es damals noch nicht aber ich bin mir sicher, Reich hätte sie zum analen Spektrum gerechnet. Sehr schade, sollte doch diese Partei unsere Hoffnung sein und waren doch unsere besten Leute bei ihr.


Im Zuge der GRÜNEN - Mediengruppe, zu der ich in Köln gehörte,  legte ich den Sprechern in Köln ein grundlegendes Papier über die Möglichkeiten der Anwendung von Luftreinigung in Köln vor. Köln liegt in einer Tiefebene und somit in einem energetischen Tal in dem in heißen Sommern Energie stagniert, zu DOR wird und älteren Herzpatienten das Leben kostet. Ich glaubte Möglichkeiten zu kennen, dagegen etwas mit orgonomischen Mitteln tun zu können, die nichts kosten würden, mit Ausnahme der Erhebung von Ärzten, die statistisch hätten ermitteln müssen ob das "Cloudbusting" anschlägt oder nicht. Die Sprecher (Sprecher= Vorsitz ) waren wahrscheinlich mit dem Papier total überfordert. Ich hatte das Papier schon zuvor in NRW der Ministerin für Umwelt, Bärbel Höhn zukommen lassen. Die wollte, obwohl in meinem Bundesland dafür zuständig sich nicht damit befassen und schickte es nach Aussagen ihres Sprechers zur Bundestagsfraktion, wo es dann endgültig verschwand. Auf Anfrage antwortete die Bundestagsfraktion nicht. Darauf hin rief ich dazu auf, die Grünen bei der nächsten Bundestagswahl nicht mehr zu wählen und handelte mir damit, sogar von meinem Verband in Oberberg ein Parteiausschlussverfahren ein. Da waren die Grünen fix dabei. 


Wie Reich bin ich heute froh von Parteien befreit zu sein. Trotzdem brauchen wir die Gesetzgebung für Recht für ein energisch gesundes Aufwachsen der Kinder. Der Gesetzgeber dafür ist der Bundestag. 25 Jahre Kinderrechte der UN (heute der 20.11.2017) reichen da nicht aus. Das ist noch ein sehr weiter Weg. Die Gesunderhaltung des Lebens (Schwangerschaft, Geburt) und die ersten 4 Lebensjahre mit ihren sexuell-infantilen Entwicklungsphasen sind bis heute nicht verstanden und bleiben ungeschützt. Es braucht wohl kaum gesagt werden, dass jegliche Perversion an Kindern von Erwachsenen selber darauf zurückzuführen sind, dass sie als Kinder selbst missbraucht oder eine Erkrankung ihrer eigenen sexuellen Infantilität erdulden mussten. Anstatt dieses Thema der gesunden Entwicklung der Sexualität bei Kindern zu sichern, fängt man am anderen Ende an, am vollzogenen Missbrauch. Wenn man nur über harmlose Sexualität der Kinder redet, läuft man schon Gefahr ein Missbrauchstäter zu sein (Siehe Kursbuch 17, 1969, Frau- Familie- Gesellschaft, Kursboden: Kommune 2: Liebesspiele im Kinderzimmer). Das ist besonders pervers. 

Schwangerschaft und besonders Geburt bedarf der höchsten Unterstützung. Man nimmt es heute in Kauf, dass private Hebammen, ihre Arbeit aufgeben, weil sie ihre Versicherung nicht bezahlen können. Dem gegenüber bietet man ohne medizinische Indikation die Kaiserschnittentbindung an. Schnelle saubere Geburt in 45 Minuten. 

Dr. Eva Reich wies in ihren Workshops in Berlin (es gab speziell einen Geburtsworkshop 1990 in Berlin) darauf hin, dass viele Frauen nach einer Kaiserschnittgeburt Sexualschwierigkeiten aufwiesen. Es ist alles nicht so einfach wie man meint. Die Natur ist da immer noch am Besten organisiert.


Weiter zu den Grünen: Dass der Mensch der Ökologie betreibt in sich auch ökologisch sein müsste, ist den Grünen fremd. Ökologie findet für sie nur Außen statt. So sind sie dann selber auch alles andere als ökologisch. Psychologie ist für sie sowieso ein Fremdwort. Keine Beziehung zur Psychologie. Zudem: der Vorstand in Köln 2000 bestand damals aus beruflich kleinen Händlern (Kaufleute), die sich einen politischen Aufstieg erhofften.

Die politische Kampfschrift "Massenpsychologie des Faschismus" wurde in ihrer Erweiterung zum Manifest gegen die Politik, die Reich der emotionellen Pest zuordnete, einer Krankheit die vom endemischen in den epidemischen Zustand übergeht (breitet sich von einem Punkt umfassend aus. Die Freiheitshausierer, die aus der Wahrheit einen Köder machen um Menschen in die Falle zu locken, wollen ihnen vor allem gerne die Arbeitsdemokratie nehmen, bzw. einschränken und sich als Führer irgendeiner Ideologie (bei Reich war es eine linke) bestellen.
Gelingt das, hat man später eine Diktatur wie sie in der Sowjetunion oder anderen sozialistischen Staaten existierte. Umerziehung zur Unselbstständigkeit wäre anschließend das Motto. 

Das erkannte Reich als er den Christusmord 1951 schrieb, kurz bevor er der emotionellen Pest selber zum Opfer fiel. Reich sah das Licht der Freiheit aus dem Gefängnis in Lewisburg, Pennsylvania, USA, nicht mehr. Er starb kurz vor seiner Entlassung an Herzversagen. Reich sagte immer ein krankes Herz wäre ein gebrochenes Herz. War Reich am Ende der Strasse angelangt, wo es keine Hoffnung mehr gab? Wo man erkennt, wie es wirklich ist? 


Eine neue Frau, eine neue Kraft. Reich hatte erwägt nach Absitzen der Strafe mit seiner neuen Freundin Aurora Karrer (die er nicht im Gefängnis heiraten durfte) in die Schweiz auszuwandern. Die Gefängnisstrafe musste Reich auf sich nehmen, weil er einige Orgonakkumulatoren über die Staatengrenze von Maine nach New York hat bringen lassen. Das war nach einem vorherigen Urteil gegen ihn und das Orgoninstitut verboten. Er und Dr. Silvert (der den Truck fuhr) trugen die Verantwortung. Silvert bekam 1 Jahr, Reich 2 Jahre. Silvert erschoss sich nach der Gefängnisentlassung. 


Reich brauchte Geld für das Experiment in Arizona wo er zeigte, dass nur mit Heranziehen von Feuchtigkeit (ohne Regen) Präriegras wachsen konnte und zwar in der Menge, das Farmer ihr Vieh zum Grasen auf diese Wiese schicken konnten. Das US-TV dokumentierte das. Die Story ist also wahr. Das war Arbeitsdemokratie, Reichs Inhaftierung Politik. Wir selbst schafften es in einer Expedition in USA 89 am Colorado-River (Grenze von Kalifornien und Arizona) in 3 Tagen Regen heranzuziehen. Im Mai regnete es zum ersten Mal in diesem Jahr! in Arizona und in drei angrenzenden Staaten zusätzlich. 


Reichs Buch über Gleichungen zur Antigravitation, an dem er im Gefängnis schrieb wurde konfisziert und verschwand für immer. Reich hatte die USA überschätzt, kannte die Politik dort nicht. Er kam nicht zu uns zurück nach Europa. In der Schweiz, wohin er nach seiner Freilassung auswandern wollte hätte er noch lange forschen können. Er war erst 60. Wer weiß was Reich noch entdeckt hätte zum Wohle der Menschheit. Reich starb 1957 im Gefängnis. Die USA hatte tatsächlich das geschafft, während Reich in Europa der ganzen Verfolgung entging. 


Aber neue Erkenntnisse waren auch schon früher der Gefahr der Gewalt ausgesetzt, so auch bei Galileo Galilei (musste abschwören), Giordano Bruno (wurde auf dem Scheiterhaufen verbrannt), etc.. Reich sagte einmal, das Bruno die Orgonomie philosophisch vorweg genommen hätte. Aber wie konstant setzt sich die Wahrheit durch? Sie braucht nur Zeit. Wir haben einen langen langen Weg vor uns. Vielleicht wird der Name Reich dabei in Vergessenheit geraten. Aber der Mensch hat alles was er braucht: Biologie, den Orgasmusreflex und die Arbeitsdemokratie und Verstand. "Liebe, Arbeit und Wissen" war das Motto von Reich. Vielleicht sollte man das als Mantra einführen. Täglich 100 mal "Liebe Arbeit Wissen“. Vielleicht hilft das. Bisher rezitieren wir das Mantra "Am Ziel vorbei gehen" und das wohl ein paar hundert Mal am Tag.

 
In Berlin wurde Reichs Politik der 30er Jahre zwischen 1979-92 wieder aktualisiert. Politik kontra Arbeitsdemokratie. Ich hab ja nichts dagegen wenn Menschen andere Meinungen als Reich haben, aber dann sollen sie diese auch explizit als ihre EIGENE Meinung ausweisen und nicht behaupten, das wäre Reichs Meinung. Es ist nicht ehrlich sich selber hinter Reich zu verstecken und ihn so (ich muss es leider sagen) zu missbrauchen, verbiegen und zu funktionalisieren. Warum? Zuerst verstand ich das nicht. Heute nenne ich solche Leute Trojaner, besser noch Judasse, manische Charaktere, gespaltene Persönlichkeiten die niemals eine echte Orgontherapie durchlaufen haben, höchstens Reich light, die Reich einerseits lieben, andererseits ihn so wie er ist hassen, weil er nicht mehr das vertritt, was ihre politische Meinung ist. Trojaner, weil sie Reich von innen zerstören, ohne dass Reich sich dagegen wehren kann. Vielleicht sind sie sich dessen nicht bewusst, aber sie wollen Reich wie er sich verstand zerstören. Kein Respekt. Vielleicht wissen sie nicht was sie tun. Namen sind hier nicht wichtig, nur das Prinzip. 
Reichgegner versammeln sich nicht wie vor den Stadttoren von Troja. Wahrscheinlich sind sie selber ehrliche Idealisten, glauben an das was sie tun.

Sie werden selber Reichianer, ja sie drängen sich sogar danach. Nach wenigen Jahren entpuppen sie sich als Gegner. Sie fangen an von innen Reich zu zerstören. Ich zähle den Mitarbeiter des Orgoninstituts William Washington dazu, der Reich belog, nie an einer Uni studiert hatte und zu guter Letzt mit 2 Prototypen des Orgonmotors das Institut verließ. Wen ich in Berlin dazu zähle, und hier tummelten sich ebenfalls einige Leute, werde ich aus Eigenschutz nicht sagen, aber jeder kennt die Namen, aber ich habe ihnen die Suppe versalzen. Ich kam in eine Rolle, in die ich gar nicht rein wollte und keiner wollte glauben, dass ich sie ausfüllen konnte.


In Berlin ging das Orgon, die Bione und die Sexualökonomie zu Grunde. Zurück bleibt ein Reich, der zu früh mit Erwachsenensexualität konfrontiert wurde. Die Fixierung die daraus entstand war Reichs Sexualökonomie. Das heißt Reich war krank, seine Psychologie, Biologie und Physik nur Murks. Nur sein inzwischen etabliertes Renommee kann man nutzen. Darüber hinaus war er ein interessanter Schriftsteller utopischer Romane, wir Ron Hubbard.


In Berlin wurde ja später 1995 im Namen von Reich die Orgonspannung und das Orgon selber abgeschafft, organisatorisch mit Eva Reich, Reichs Tochter an der Spitze. Man sollte seinen Mund wirklich im Zaum halten, wen man für geeignet erachtet Reichs Werk fort zu führen. Und wenn dann sollte man den Überblick behalten. 


In der Orgonomie gibt es eine bürgerliche Mitte, die anderen sind die ewig politischen Gestrigen. So behaupten sie, Reich wäre vom Glauben abgefallen, oder politisch zusammengebrochen, wie Fenichel, der das Gerücht erstmals in Umlauf brachte, Reich sei verrückt geworden. Fenichel gehörte zu den marxistischen Psychoanalytikern, zu denen auch Reich gehörte. Er landete in einer psychiatrischen Klinik, Reich nie. Er streute das Gerücht über Reichs geistige Erkrankung aus, das große Wellen schlug. Der Engländer  David Boadella brachte das Gerücht neu nach Deutschland, obwohl seine Biographie über Reichs Werk ausgezeichnet war. An einer kontroversen Lappalie machte er Reichs Erkrankung fest. Das musste wohl sein. Ein Berliner Hochschulprofessor griff das Gerücht auf. 


Ich wusste jedoch durch Hoppe, dass Reich von 3 Psychiatern in den USA als gesund begutachtet worden war. Kritiker wollen Reich kastrieren, weil sie sich vom Vater nicht emanzipiert haben. In Berlin geschah dass 1979. Ein Hinweis auf die Arbeitsdemokratie wurde mit dem Argument abgeschmettert, Reich solle erst didaktisch dargestellt werden, damit man ihn auch versteht.- Die Arbeitsdemokratie käme in Folge dessen dann zuletzt (das wurde gesagt!). Als es dann soweit war gestand der Dozent (natürlich nicht öffentlich), dass er dieses Thema überhaupt nicht ausfüllen könne und "Arbeitsdemokratie wäre sowieso das, was wäre, wenn der Mensch gesund wäre. Deshalb wäre sie nicht wichtig. Nicht wichtig? Alles Ausreden! Es hätte sonst nämlich Politik kontra Arbeitsdemokratie gestanden.


Zu meiner Person hieß es, ich wolle nichts tun und auch das andere nichts tun sollten, obwohl ich die Orgonakkumulatoren für Europa baute. Kurz ich gehörte zur anderen Seite.

 
Lange stand ich auf einer homepage unter der Extrarubrik "Irrationalität in der Orgonomie: John Trettin." Dann versuchte man meine Öffentlichkeitsarbeit zu behindern. Man versuchte Einfluss gegen mich zu nehmen, allerdings ohne Erfolg.
Man schickte mir in Berlin die Polizei ins Haus. Ohne Ergebnis.
Man machte eine anonyme Anzeige gegen mich.
Man ließ meine Praxis in Köln aufbrechen und durchsuchen.
Alles ohne Erfolg.
All das kam von Reichianern, von "Kollegen".
Es gab auch Angriffe von außen, aber die waren nicht so zahlreich.
Das ist Politik.
 
Zurück nach Berlin.
Unausgereifte ökonomische Vorstellungen mittels der Reichschen Theorie und Kommunismus dozieren zu wollen verfremdet Reich bewusst. Reich auf den politischen Reich zu reduzieren, wo man nur noch zum Aufstand aufrufen kann (die Waffe der Kritik kann die Kritik der Waffen nicht ersetzen, so wie es noch in der 1. Auflage der  Massenpsychologie des Faschismus stand) ist Gott sei dank vorbei und nichts daraus geworden. Wir wollen das doch heute nicht mehr.
Hier muss man festhalten: Spätestens seit 1940 war Reich nicht mehr links. Aber auch in Berlin gab es um 1980 keine Möglichkeit Reich in ein politisches Korsett zu zwängen. Einfach deshalb weil es zu der Zeit gar keine politische Organisation gab, die für ein solches Konzept sich interessiert hätte. Es war also eigentlich Mindfuck!
 
Trotzdem sind politische Vergewaltigungen schädlich. Sie gehören zum schädlichen Teil in der Orgonomie.
Politik in der Therapie: Meinen Artikel, der direkt im Anschluss an diesen auf DzogOrg zu lesen ist, (Der Orgonakkumulator 2018) wollte ich nicht ausweiten, was unverantwortliche Politik im Bereich der Therapie anrichtet, weil das den Rahmen des Akkumulators und dessen Missbrauch gesprengt hätte.

Bereits in den USA 1989 begegnete mir einiges. 

1989 interviewten wir noch lebende Mitarbeiter Wilhelm Reichs. Wir hatten in Santa Monika einen Bus für die Reise gekauft, lebten in diesem Dodge-Van mit unseren Kameras, Mischpulten, Mikrophonen  etc. meistens auf "Park & Ride"- Parkplätzen, weil Motels für uns auf die Dauer zu teuer waren. Wir mussten dann beispielsweise zu den Interviews in New York die 60 Meilen in die Stadt fahren. Dort durfte man an Tankstellen auch nur 60 Minuten parken. Chuck Kelley in Ojai, Kalifornien, über den wir unsere Reise organisierten, empfahl uns einen Schüler von ihm zu besuchen und als wir in New York eine Interviewpause hatten fuhren wir dorthin, saßen im Garten, konnten baden und der Kontakt war sehr nett. Reinste Erholung auf dieser strapaziösen Reise. Dieser Therapeut hieß Neil. Er besuchte uns auch später in Deutschland. Chuck Kelley und seine Schule galt als neoreichianisch. Wir riefen von dort aus nach New York an um bei einer führenden Reichianischen Organisation ein Interview haben zu wollen. Neil hatte zuvor in deren Journal etwas über Cloudbusting publizieren können und nun wollte diese Gruppierung den Daumen auf Neil haben, wogegen der natürlich etwas hatte und sich gegen die ideologische Bevormundung wehrte. Nun war es so, dass wir für Rückfragen die Telefonnummer von Neil angaben und die schien den Leuten in New York bekannt. Resultat: Weil wir bei Neil zu Besuch waren, waren wir auf einmal für ein Interview unakzeptabel. 

Unglaublich. Das ist Politik, nicht Arbeitsdemokratie. Politik ist in der Orgonomie stark verbreitet. Als wir Tom Ross den Hausmeister Reichs interviewten wollten, hielt der den Mund. Man hatte ihn wohl angewiesen nichts zu sagen.- Politik!

Es gab einen amerikanischen Orgonomen, mit dem wir auf unsere USA-Reise zu tun hatten. Als der den Präsidenten seiner Orgonomie Organisation traf, senkte er unterwürfig den Kopf und man konnte denken, man wäre bei Hof. So stark war das Untertanenverhalten. Als diese Person in Deutschland war forderte er viele auf, andere zu bespitzeln und ihm die Informationen zukommen zu lassen. Als bald versuchte er Tiefschläge über geheime Papiere, die er schrieb, auszuteilen. Dieser oder jener Therapeut würde sadistisch arbeiten, ein anderer hätte sich mit einer Person getroffen, die bei ihm auf der schwarzen Liste stand und so weiter und so fort. Es ist dem Berliner Heiko Lassek zu verdanken, dass wir diese Person in Deutschland wieder los wurden, bevor er sich zu sehr hier einnisten und die Arbeitsdemokratie zerstören konnte. Solche Personen sind bei uns nicht willkommen.
 
Warum ließ Stalin die ganze Revolutionsgarde liquidieren und verfolgte Trotzki bis ins Exil nach Mexiko um ihn umbringen zu lassen. Ich glaube wir kennen alle die Antwort. Sie ist simpel und einfach: Macht, nichts anderes! Philosophisch sind die Reichianer Reichianer, doch im wahren Leben sind sie Normalmenschen oder besser Normalneurotiker, aber mit Anspruch und dieser macht sie vielleicht so gefährlich, weil man mit der Orgonomie nicht nach oben kommt. Das ist frustrierend. Um so stärker der Ehrgeiz- desto höher die Frustration- desto gemeiner sind gewisse Menschen.

Orgonomen sind Goldschürfer. Doch der gold rush ist vorbei. Während in der bürgerlichen Welt die Machtverteilung noch demokratisch ist, (das ist hier nur eine Behauptung), ist sie in der Orgonomie archaisch und primitiv, wie bei allen Autokraten. Man fühlt sich in die Urzeit zurückversetzt. Kritiker werden als Feinde identifiziert. Diesmal sind nicht die Juden die Feinde, sondern die Kritiker die vernichtet werden müssen. Wenn solche Leute die politische Macht erlangen würden, wäre ich schnell in einem Konzentrationslager. Aber Gott sei Dank wird diese Orgonomie NIE genug Macht erlangen. Ich erinnerte hier an den Wiener Reichianer Otto Mühl und dessen Organisation, die AAO. Dort gab es eine Hierarchie wie beim Militär. Man glaubte zum Schluss man wäre der erste Mensch auf Erden, andere außerhalb der AAO nur DeTis (denkende Tiere, so die Propaganda). Man nennt das wohl Faschismus. Auch die AAO war zu schwach. Zwar wurden schon Hochrechnungen erstellt, wann man die Welt übernehmen werde. Aber die Welt schert es kaum, sie dreht sich weiter. Die Freiheit wird eh von anderer Seite kommen und Orgon trifft auf den Schnittpunkt im Raum von Existenz und Nichtexistenz. 


Reich war in den USA rechtskonservativ. Er misstraute vor allem den Kommunisten, die in der USA eine starke Lobby hatten. Er glaubte, sie könnten ihn, Reich ebenso wie Trotzki im Visier haben, ihn verfolgen und zur Strecke bringen wollen (Conspiration, gleichnamiges Buch von Wilhelm Reich). Die Wahrheit muss eben immer ans Kreuz geschlagen werden, das ist unvermeidlich, der unvermeidliche Christusmord! Aber nach Aussagen vieler Interviewten in USA war Reich nicht rechts, nur vorsichtig und das ist es eben wenn man rechts- konservativ ist. Aber enge Schüler in der Orgonomie glaubten Reich wäre wirklich rechts und so wollten sie auch rechts sein. Ist ja auch einfacher so. Man kann dann autoritärer sein. Wo das hinführen kann haben wir in der Geschichte der Orgonomie gesehen. 


Allgemein: Personen mit schlechtem Charakter streben nach oben. Die Orgonomie ist ein beliebtes Feld dazu. Da Reich die emotionelle Pest entdeckt hat, ist die Orgonomie auch hier in ihrem Zuhause, dem Zentrum der Pest selbst.

Ich glaube ich habe das an anderer Stelle mal so geschrieben "Die emotionelle Pest hat einen Namen: Orgonomie". Natürlich ist das polemisch, aber es ist schon etwas wahres dran. Natürlich muss sich die Emotionelle Pest der Orgonomie bemächtigen, hier wurde sie zum ersten Mal bloß gestellt und kam in den Fokus, d.h. sie wurde nackt. Aber was machte es der Emotionellen Pest so leicht in der Orgonomie Eingang zu finden. Das war die Philosophie der absoluten Gesundheit (von der Diktatur des Proletariats zur Diktatur der Gesundheit). Eine Hierarchie der Gesundheit und eine dementsprechende Gesundheitsorganisation mit Botschaftern in allen Ländern heißt: das Niederdrücken der Freiheit radikal im Namen der Wahrheit. So was zieht charakterlich deformierte Menschen an, die sich durch Brutalität durchsetzen. So wurde die Orgonomie ein Misthaufen der Geschichte. Reich findet dort nicht statt, sondern außerhalb. So fanden wir auch bei den Neoreichianern menschlichere Kontakte, obwohl wir eigentlich Orgonomen waren, die Kritik an den Neoreichianern haben. Aber wir wollen nicht politisch sein und verstanden uns gut. Die, die die Orgonomie zerstören wollen bezichtigen mich die Orgonomie zerstören zu wollen. 

Ich habe diesen Aufsatz eigentlich nur geschrieben weil in meinem Artikel "der Orgonakkumulator 2018" was Hoppe betrifft, etwas keinen Platz hatte. Mit dem bereits schon genannten Amerikaner in Deutschland ging eine negative Propaganda einher, die wiederum von einer bestimmten Gruppe kam. Zwar gratulierte man Hoppe noch in einem Journal zum 80. Geburtstag, doch im Geheimen gab es diese negative Propaganda gegen ihn. 


Hoppe wollte sich einfach nicht ihrer Organisation unterstellen, obwohl man sogar schon behauptete er würde zu dieser Organisation gehören. Hoppe war stolz darauf eigenständig zu sein. Als Hoppe starb suchten viele einen neuen Therapeuten. Es gab einen dieser Organisation, allerdings damals im südlichen Europa.  Man musste also dahin fahren. In der Therapie wurde dann als erstes verlangt, man solle von Hoppe ABSCHWÖREN. Man sollte zugeben, dass Hoppe ein SCHLECHTER THERAPEUT sei. Tat man das nicht, wurde das als Widerstand diagnostiziert, der erst gelöst werden musste. Dann musste man eingeräumen "ja, ich hab ja schon immer Zweifel gehabt." Brav! Wie kann man das von einem Patienten verlangen, der all sein Vertrauen in diesen, seinen Therapeuten gesetzt hat. Unmöglich! Jetzt: Wenn man das nicht tat, dann hatte man diesen chronischen Widerstand und die Therapie konnte nicht fortgesetzt werden.


Das ist doch wirklich unglaublich. Ich fahre ins Ausland, muss den Therapeuten noch bezahlen, vielleicht auch noch das Hotel und dann muss ich mir so einen Mist anhören von einem Therapeuten, der einer der renommiertesten Organisationen für Therapie angehört. Das hat auch mit Orgonomie nichts mehr zu tun und da könnte man wirklich vom Glauben abfallen. Ja, ungewollt sind wir für andere der Stachel im Arsch. Aber wir sind darauf nicht stolz. Anscheinend ist der Krieg der tobt, im Großen und im Kleinen, das weltbewegende. Wer fragt da nach einer Reichianischen Philosophie über Arbeitsdemokratie. Wahrscheinlich niemand.


20.11.2017